Einwanderungslexikon

Kann man das Hong Kong Top Talent Pass Scheme (TTPS) durch die Gründung einer eigenen Firma in Hongkong verlängern?

Easysail Redaktion ·

Kernaussagen

Inhaber des Hong Kong Top Talent Pass Scheme (TTPS) können in Hongkong Unternehmen gründen oder sich an Geschäften beteiligen und ihre Visumverlängerung durch ein aktiv betriebenes Unternehmen nachweisen. Die bloße Registrierung einer Hongkonger Firma reicht jedoch nicht aus. Die Einwanderungsbehörde achtet besonders auf den tatsächlichen Geschäftsbetrieb, den Umsatz, die finanziellen Ressourcen, die Investitionssumme, lokale Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Viele Unternehmer, die das Hong Kong Top Talent Pass Scheme (TTPS) erhalten haben, stellen sich die Frage: Kann man das TTPS-Visum durch die Gründung einer eigenen Firma in Hongkong verlängern?

Die Antwort lautet: Ja.

Das TTPS verlangt von den Inhabern keineswegs, dass sie sich ausschließlich über ein Angestelltenverhältnis in Hongkong entwickeln. Gemäß den Bestimmungen der Einwanderungsbehörde der Sonderverwaltungszone Hongkong dürfen sich Inhaber des Passes während ihres erlaubten Aufenthalts frei bewegen, den Arbeitgeber wechseln sowie jegliche Geschäfte in Hongkong gründen oder sich an diesen beteiligen, ohne vorab eine Genehmigung der Einwanderungsbehörde einholen zu müssen.

Steht die Visumverlängerung an, können Antragsteller, die nicht von einem Unternehmen in Hongkong angestellt sind, die Aufenthaltsverlängerung auch über ihre eigene Geschäftstätigkeit in Hongkong beantragen.

Dennoch hält sich hier hartnäckig ein weitverbreitter Irrglaube: Die Registrierung einer Gesellschaft in Hongkong bedeutet nicht automatisch, dass damit die Verlängerungsanforderungen des TTPS erfüllt sind.

I. Eine Hongkonger Firma als Weg zur Visumverlängerung

Bei der beantragten Verlängerung des TTPS müssen Antragsteller nachweisen, dass sie in Hongkong beschäftigt sind und ein stabiles Einkommen erzielen oder dass sie in Hongkong ein Unternehmen gegründet beziehungsweise sich an einem beteiligt haben.

Für Unternehmer, grenzüberschreitende Händler, Beratungsdienstleister oder Personen, die ihren Markteintritt in Übersee über Hongkong planen, stellt die Führung eines eigenen Unternehmens in Hongkong daher einen realistischen und gangbaren Weg dar, um den TTPS-Status aufrechtzuerhalten.

Wenn ein Antragsteller beispielsweise eine Firma in Hongkong gründet und dort echte internationale Handelsaktivitäten, grenzüberschreitende Dienstleistungen, Beratung, Technologie- oder andere Geschäftsprozesse betreibt – mit echten Kunden, Verträgen, Zahlungsein- und ausgängen sowie einer aktiven operativen Geschäftsführung –, unterscheidet sich diese Konstellation grundlegend von der bloßen Gründung einer inaktiven Gesellschaft.

II. Reicht eine einfache Handelslizenz (Business Registration Certificate) aus?

In der Regel reicht eine reine Handelslizenz allein nicht aus.

Die Einwanderungsbehörde prüft bei Personen, die ihre Verlängerung über eine Geschäftstätigkeit beantragen, sehr genau, ob das betreffende Unternehmen tatsächlich in Hongkong operiert, solide wirtschaftt und über das Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung verfügt.

Zu den berücksichtigten Faktoren bei der Prüfung gehören unter anderem:

  • Der erzielte Umsatz,
  • Die finanziellen Ressourcen,
  • Die getätigten Investitionen,
  • Die Anzahl der in Hongkong geschaffenen Arbeitsplätze,
  • Der wirtschaftliche Nutzen für den Standort,
  • Sowie der tatsächliche Aufenthalt des Antragstellers in Hongkong und dessen Beteiligung am operativen Geschäft.

Das bedeutet im Klartext: Wenn eine Gesellschaft gegründet wird, diese jedoch dauerhaft keine Bankbewegungen, keine Kunden, keine Verträge oder Umsätze aufweist und der Antragsteller nicht aktiv in die Geschäftsführung eingebunden ist, besitzt der bloße Verweis „Ich habe eine Firma in Hongkong“ für die Visumverlängerung nur sehr geringe Überzeugungskraft.

III. Welche operativen Nachweise sollten Unternehmer aufbewahren?

Wer plant, die Verlängerung des TTPS-Visums über eine Hongkonger Gesellschaft abzusichern, sollte die Dokumente des täglichen Geschäftsbetriebs lückenlos und fortlaufend archivieren.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Gründungs- und Gewerbeanmeldeunterlagen der Hongkonger Gesellschaft;
  • Bankkonten und Transaktionshistorien des Unternehmens;
  • Kundenverträge, Einkaufsverträge und Verkaufsbelege;
  • Rechnungen sowie Belege über Zahlungseingänge und -ausgänge;
  • Jahresabschlüsse, Bilanzen und Wirtschaftsprüfungsunterlagen;
  • Dokumente zum physischen Büro oder tatsächlichen Geschäftsstandort;
  • Mitarbeiterlisten und Belege zur obligatorischen Vorsorgekasse (MPF – Mandatory Provident Fund), falls vorhanden;
  • Nachweise über die genaue Position des Antragstellers und dessen tatsächliche Management-Rolle im Unternehmen.

Es geht hierbei nicht darum, unzählige beliebige Dokumente einzureichen, sondern vielmehr darum, dass diese Unterlagen schlüssig ineinandergreifen und belegen, dass das Unternehmen tatsächlich geschäftlich aktiv ist und der Antragsteller operativ mitwirkt.

IV. Ist eine geschäftliche Verknüpfung zwischen dem Festlandchina-Unternehmen und der Hongkonger Firma zulässig?

Zahlreiche chinesische Unternehmer verfügen bereits über etablierte Unternehmen auf dem chinesischen Festland, während die Hongkonger Gesellschaft gezielt für internationale Kunden, den Welthandel, den Markenaufbau im Ausland oder grenzüberschreitende Operationen eingesetzt wird.

Dieses Modell ist keineswegs ungewöhnlich.

Wichtig ist hierbei eine saubere Strukturierung:

  • Wie genau sieht die geschäftliche Beziehung zwischen dem Festlandunternehmen und der Hongkonger Gesellschaft aus?
  • Welche exakte Funktion übernimmt die Hongkonger Firma?
  • Wer unterzeichnet die Verträge?
  • Wie fließen die Erlöse und wie bewegt sich das Kapital?
  • Welche konkreten Aufgaben nimmt der Antragsteller innerhalb der Hongkonger Einheit wahr?

Sind diese Verbindungen transparent und nachvollziehbar dargelegt, fungiert das Hongkonger Unternehmen nicht nur als reines Visum-Instrument, sondern wird zu einem echten Bestandteil der globalen Expansionsstruktur des Unternehmers.

Umgekehrt gilt: Werden Transaktionen, Umsätze und Betriebsunterlagen kurzfristig vor der Verlängerung künstlich erzeugt, erhöht dies drastisch das regulatorische und rechtliche Compliance-Risiko.

V. Bedeutet Umsatz automatisch eine erfolgreiche Visumverlängerung?

Auch ein erzielter Umsatz ist kein automatischer Garant für die Verlängerung.

Die Verlängerung des TTPS wird stets im Einzelfall geprüft. Die Einwanderungsbehörde bewertet das Gesamtbild aus Unternehmensgröße, Betriebszustand, Finanzkraft, Investitionen, geschaffenen Arbeitsplätzen, volkswirtschaftlichem Nutzen und dem tatsächlichen Grad der Beteiligung des Antragstellers. Es gibt keine starre Umsatzgrenze, bei deren Erreichen das Visum automatisch bewilligt wird.

Für Unternehmer liegt der Fokus daher weniger darauf, künstlich eine feste Umsatzmarke zu erreichen, sondern vielmehr darauf, die geschäftliche Logik, die operative Historie sowie die tatsächliche berufliche Entwicklung vor Ort in Hongkong authentisch und konsistent zu halten.

Wie Easysail Global Sie unterstützen kann

Wenn Sie das Hong Kong Top Talent Pass Scheme bereits erhalten haben und Ihre anstehende Visumverlängerung über die Führung eines Hongkonger Unternehmens absichern möchten, können Sie uns Ihre TTPS-Kategorie, das Ablaufdatum Ihres Visums, Details zu Ihrem bestehenden Unternehmen, Ihr Geschäftsmodell, Ihre Kundenstruktur, Ihre Einnahmen sowie Ihre familiäre Situation an Easysail Global übermitteln.

Basierend auf Ihren individuellen Gegebenheiten unterstützen wir Sie bei der professionellen Prüfung und Ausarbeitung folgender Punkte:

  • Eignet sich der aktuelle operative Status Ihrer Hongkonger Gesellschaft für eine erfolgreiche Visumverlängerung?
  • Wie lässt sich die geschäftliche Verflechtung zwischen Ihrem Festlandunternehmen und der Hongkonger Gesellschaft optimal strukturieren?
  • Welche geschäftlichen und finanziellen Nachweise müssen kontinuierlich vorgehalten werden?
  • Wie lassen sich Unternehmenseinnahmen, Kontoauszüge und Verträge zu einer lückenlosen Dokumentation zusammenführen?
  • Wie lässt sich der Aufenthaltsstatus für Ehepartner und Kinder nahtlos anschließen und absichern?
  • Welche langfristigen Weichenstellungen müssen für die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (Permanent Residency) in Hongkong beachtet werden?

Wenn Sie gegenwärtig den Erwerb eines Aufenthaltsstatus in Hongkong, ein Visum oder eine langfristige Familienplanung in Erwägung ziehen, raten wir dringend davon ab, Entscheidungen rein auf Basis von ungeprüften Online-Informationen zu treffen. Die Geschäftsstruktur, die Vermögenswerte, die Ausbildung der Kinder, die Wohnsitzplanung und die langfristigen Ziele unterscheiden sich von Unternehmer zu Unternehmer. Eine Lösung, die für andere funktioniert, passt nicht zwangsläufig auch zu Ihnen.

Für Unternehmer besteht der Kern einer erfolgreichen TTPS-Verlängerung über eine eigene Firma nicht darin, „irgendeine Gesellschaft registriert zu haben“, sondern darin, dass dieses Unternehmen tatsächlich am Markt operiert, sich kontinuierlich weiterentwickelt und eine wirtschaftlich sinnvolle und nachvollziehbare Verbindung zur beruflichen Entwicklung des Antragstellers in Hongkong vorweisen kann.

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